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Geschichte der AJV! Hermann Löns zu Münster

Die Geschichte der Akademischen Jagdverbindung Hermann Löns geht zurück auf das Jahr 1953, als sich in Münster ein Kreis jagdinteressierter Studenten formierte und am 18. Mai den Jagdclub Hermann Löns gründete.

Im darauffolgenden Jahr entschieden sich die Mitglieder des Jagdclubs, ihre Gemeinschaft in eine Jagdverbindung umzuwandeln. So riefen sie am 24. Oktober 1954 auf der Jagdausstellung in Düsseldorf die AJV! Hermann Löns ins Leben. Mit Zustimmung der Ehefrau Lisa gaben sie sich den Namen Hermann Löns, da der große Waidmann und Naturdichter lange Zeit in Münster gelebt und gewirkt hatte.

Im Jahr 1955 wurde der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC) als Dachverband von Jagdverbindungen in Deutschland und Österreich wiederbegründet. Er steht in der Tradition des Vorkriegs-WJSC, der unter dem Druck der Nationalsozialisten und  des Krieges aufgelöst worden war. Diesem trat die noch junge AJV! am 19. Mai 1956 bei und wurde so Teil eines bundesweiten Netzwerkes, das sich die Pflege der waidgerechten Jagd und des jagdlichen und studentischen Brauchtums zum Ziel gesetzt hat.

Wenig später übernahmen die Lönser die Tradition des Jagdcorps Hubertia Leipzig. Dessen  Alte Herren hatten an dem Aufbau der AJV! maßgeblichen Anteil gehabt,  konnten ihr eigenes Jagdcorps im Osten Deutschlands auf Grund der politischen Verhältnisse jedoch nicht wiederbegründen. Mit der Übernahme der Tradition  war das Versprechen verbunden, die Hubertia Leipzig wieder aufzubauen, sobald es die Umstände  zuließen. Diesem Ehrenwort  sind wir 2001 nachgekommen und haben aus dieser alten Verbundenheit heraus bis heute ein enges Verhältnis zu den Leipzigern.

Doch nicht nur die Möglichkeit, dem JC! Hubertia neues Leben einzuhauchen, verband sich mit der politischen Wende. So war es uns auch vergönnt, 1990 die jährlich stattfindende Tagung des WJSC wieder an den ursprünglichen Ort Wernigerode zurückzuführen.


Kartellbünde

JC! Hubertia Leipzig

Als Anfang der 1920er-Jahre das Jagdstudententum in Deutschland aufkam, fand sich auch in Leipzig ein Zirkel jagdlich interessierter Studenten, die am 11. Februar 1922 das Jagdcorps Hubertia Leipzig gründeten. Sie waren dabei wichtige Wegbereiter für die neue Idee, Verbindung und Jagd miteinander zu kombinieren.

Allerdings musste man schon 1934 die Verbindung suspendieren, da sie von den nationalsozialistischen Machthabern nicht geduldet wurde. Auch nach dem Krieg blieb die Wiederbegründung verwehrt, da das DDR-Regime den Aufbau von Verbindungen und damit auch des Jagccorps verboten hatte.

Deshalb suchten die verbliebenen Leipziger nach einer Lösung, das Jagdcorps nicht untergehen zu lassen und fanden sie mit der AJV! Hermann Löns. Man schloss einen Traditionsvertrag, in dem sich die Lönser verpflichteten, bis zu einer möglichen Wiederbegründung die Tradition des JC! Hubertia Leipzig weiterzutragen.

Als die Wiederbegründung schließlich im Wintersemester 2000/2001 gelang, wurde ein Kartell, ein Freundschaftsvertrag, zwischen der AJV! Hermann Löns und dem JC! Hubertia Leipzig abgeschlossen, um die jahrzehntelange Verbundenheit auch in Zukunft weiterzupflegen.

 


AJ! Silvania Wien

Unsere Freundschaft zu der AJ! Silvania Wien, der einzigen österreichischen Jagdverbindung, geht zurück auf jahrelang aufgebaute persönliche Kontakte, die im Zuge der gemeinsamen Verbandsarbeit im WJSC entstanden waren.

Nachdem die Silvanen eine Fahne, die uns von einer anderen Verbindung in Wernigerode entwendet worden war, zurückbrachten, entschloss man sich, die guten Beziehungen untereinander in einem Kartell zu verankern, damit auch die folgenden Generationen von Studenten das jagdliche und studentische Brauchtum grenzüberschreitend gemeinsam in Freundschaft pflegen können.

Weitere Informationen finden Sie hier: Homepage der AJ! Silvania Wien


Unser Namenspatron Hermann Löns

“Laß deine Augen offen sein,
Geschlossen deinen Mund,
Und wandle still, so werden dir
Geheime Dinge kund.”

“Ich glaube, ich habe meinen Beruf verfehlt. Zigeuner, Indianer, Trapper oder so etwas ähnliches, das wäre das Richtige gewesen.” sagte einmal Hermann Löns, als er schon fast auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Journalist angekommen war. Zigeuner, Indianer, Trapper? Können wir uns Hermann Löns so vorstellen? Hat er wirklich seinen Beruf verfehlt? Nein, er hatte ihn nicht verfehlt. Wo anders hätte er die reichhaltigen Gaben, die Hermann Löns besaß, besser zur Geltung bringen können als in seinem Beruf als Journalist. Seine Gabe sich mitzuteilen, seine Art auf Andere zu wirken, wo sonst hätte man sie besser einsetzen können als in der Literatur.

Aber betrachten wir diesen Menschen etwas genauer, um zu sehen, was man sieht, wenn man seine Augen offen hat und um an diesen geheimen Dingen teil zu haben, die uns die Geschichten, die er schrieb, zu vermitteln suchen.

Hermann Löns kommt am 29. August 1866 in der Kreisstadt Culm (Kulm) in Westpreußen zur Welt. Er ist der Erstgeborene seiner Eltern Friederich (Fritz) und Clara Löns. Beide stammten ursprünglich aus Westfalen. Der Vater entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Bochum, die Mutter einer Patrizierfamilie aus Paderborn. Der Beruf des Vaters als Gymnasialoberlehrer bringt es mit sich, dass die noch junge Familie 1867, Hermann Fritz Moritz Löns war gerade ein Jahr alt, nach Deutsch-Krone übersiedelt, wohin der Vater versetzt worden ist. Hermann Löns bleibt nicht lange einziges Kind der Familie. Die Familie vergrößert sich auf vierzehn Personen. Leider kamen vier der Geschwister bei einer Seuche ums Leben. Fritz Löns sollte erst 1884 wieder versetzt werden, sodass sein Sohn Hermann seine Kindheit in einer wunderbaren Wald- und Seenlandschaft verbringen kann.
Schon als Schuljunge hat Hermann Löns stundenlang allein die weiten Wälder und Felder seiner westpreußischen Heimat durchstreift, immer auf der Suche nach einem seltenen Vogel, einem raren Insekt. Schon bald erlangt er umfassende Kenntnisse über die umgebende Natur und ist als Obersekundaner 1882 in der Lage, eine Studienkommission der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft aus der Provinzhauptstadt Danzig unter der Leitung von Professor Dr. Hugo Conwentz mit der Fauna des Deutsch-Kroner Landes bekannt zu machen. Als er mit achtzehn Jahren in das westfälische Herkunftsland seiner Eltern übersiedelt, hinterlässt er dem Provinzialmuseum in Danzig eine Liste der 134 von ihm beobachteten und beschriebenen Vogelarten und seiner Schule eine Sammlung selbsterlegter und ausgestopfter Vögel. Hatten ihn seine westpreußischen Mitschüler seines indianerhaften Umherstreifens wegen den “springenden Hirsch” genannt, so geben ihm jetzt seine Klassenbrüder in Münster den Spitznamen “der Käfer”. Denn er hat sein Waldläufertum zwar beibehalten, war aber jetzt auf Käfer, Schnecken, Muscheln und Holzläuse aus. Über seine Entdeckungen und Forschungsergebnisse veröffentlicht er schon in jungen Jahren einige Arbeiten in Fachzeitschriften. Professor Dr. Hermann Landois selbst verkündet 1885, das der Primaner Hermann Löns eine neue Schneckenart entdeckt hat. Aber er widmet sich keineswegs nur seinen Liebhabereien, sondern stillt gleichzeitig seinen, wie er sagte, “Heißhunger nach Bildung”. “Zum ersten Mal in meinem Leben arbeitete ich zäh und zielbewusst für die Schule, und sogar die Mathematik, die ich bisweilen gehasst hatte, lernte ich beinahe lieben.” Später ist es ihm selbst “unfassbar, wie ich neben den Vorbereitungen zur Abgangsprüfung eine solche Unmenge von westfälischer Geschichte, neuer Literatur und Zoologie habe bewältigen können”. “Literatur und Zoologie” – diese Verbindung, die sich schon früh bei Hermann Löns ankündigt, ist es, so sein Biograph Dr. Wilhelm Deimann, die den Mann später zu einem der “Größten deutschen Landschaftsdichter” und zugleich zum “Vater der neuen deutschen Tierdichtung” werden lässt. Nach dem 1886 bestandenen Abitur erfolgt seine Immatrikulation als Medizinstudent in Münster und bald darauf entstand in ihm der Wunsch bei der Burschenschaft Frankonia aktiv zu werden. Dies hätte zwar seinem Naturell, keineswegs aber dem seines Vaters entsprochen. Als strenggläubiger Katholik missfallen ihm schlagende Verbindungen zutiefst. Hier ist auch der Grund zu suchen, weshalb sein Sohn Hermann, 1887 nach Greifswald gewechselt und in Medizin eingeschrieben, nicht lange bei der Turnerschaft “Cimbria” aktiv sein konnte. Als Löns in den Herbstferien 1888 wieder nach Münster kam, rast der Vater vor Wut über die Schmisse und die Schulden und gibt ihm erst zu spät das Geld um fünfundzwanzig Mark Ehrenschulden begleichen zu können. Als die Sache der “Cimbria” unterbreitet wird, wird Hermann Löns cum infamia excludiert. Die erst 1913 geschehene Überprüfung des Verfahren ergibt, dass die Excludierung zurückgenommen wird. Da es für Löns nun unmöglich ist nach Greifswald zurückzukehren oder offiziell bei der Frankonia zu verkehren, flüchtet er sich in den Alkohol, den er nur in geringeren Mengen verträgt, aber in größeren Mengen zu konsumieren sucht. Diese Tatsache gibt seinen Freunden manches Mal die nicht einfach zu bewältigende Aufgabe auf, ihn nach Hause zu begleiten, da dieser Weg über die Mauer der Johanniterkommende führt, in deren Umgrenzung die elterliche Wohnung liegt. Im November 1888 geht Löns nach Göttingen, um dort sein Physikum zu machen. Durch Fürsprache und Vermittlung seines Freundes Max Apffelstaedt, der den Sachverhalt der Excludierung aus der “Cimbria” der Landsmannschaft Verdensia vorträgt, wird Löns als Fuchs aufgenommen und tritt am 10.11.1888 auf Mensur. Da auch in diesem Semester seine Leistungen weit hinter den Erwartungen der Eltern zurückblieben, kommt es zum Streit mit dem Vater, der Löns auf die Straße setzt. Erst durch Vermittlung der Mutter kann Löns das Studium der Naturwissenschaften fortsetzen. In den nächsten Semestern studiert Löns wieder eifriger und schließt eine Arbeit über die Schneckenfauna des Münsterlandes ab. Sein Gedicht “An die Ungezugten” allerdings bewirkte den endgültigen Bruch zwischen Löns und seinem konfessionell eingestellten Vater.
Da an ein Weiterstudieren nicht zu denken ist, entschließt sich Löns, die Angebote bei der Zeitung anzunehmen. Nach seiner Ansicht soll es ein Sprungbrett in Richtung Schriftstellertum sein. Er blieb aber, trotz seiner schriftstellerischen Leistungen, fast sein ganzes Leben ein Zeitungsmann. Die nun folgende Zeit ist für Hermann Löns nicht einfach. Die Stelle, die er mit so viel Enthusiasmus am 12. September 1891 bei der “Pfälzischen Presse” in Kaiserslautern antritt, verliert er schon am 9. Februar 1892 wieder wegen Trunkenheit und Unpünktlichkeit. Er wechselt für drei Wochen zur “Reußischen Tribüne” nach Gera, was ihm bei seinen Freunden viel an Sympathie kostet und sein Elternhaus in Aufruhr versetzt, da sozialistische Zeitungen zu dieser Zeit nicht gut angesehen waren. Danach beginnt für Löns eine Zeit als freier Journalist, in der er auch unter anderem Berichte über die Choleraepidemie in Hamburg schreibt. Schließlich gelangt er am 29. September 1882 nach Hannover, wo er seine spätere erste Frau Elisabeth Elsbeck trifft, die er am 21. Januar 1883 heiratet.
Durch die Fürsprache seiner Frau erhält er eine Anstellung beim “Hannoverschen Anzeiger”. Sein journalistischer Aufstieg beginnt 1894 mit Satiren unter dem Pseudonym “Fritz von der Leine” und später auch unter dem Pseudonym “Uhlenspiegel”. Am 1. Oktober wird er Redakteur, 1897 für acht Monate Chefredakteur der Zeitung und im April 1898 beginnt die erstmalige Redigierung der Schriftreihe “Niedersachsen”.
Während dieser Zeit beginnt auch sein gesellschaftlicher Aufstieg. Er ist bei offiziellen Veranstaltungen anwesend und wir auch zu gesellschaftlichen “Amüsements” eingeladen, am liebsten sind ihm aber wie schon eh und je die Jagdeinladungen, und hier im Besonderen die Jagd auf den Bock. Er benutzt gern und oft die Gelegenheit um, wie er sagt, aus der “muskelmordenden und nervenfressenden Stadt” heraus auf das Land zu entfliehen. Hier findet er die Ruhe und das Pendant zu der zermürbenden Zeitungsarbeit und dem mittlerweile gespannten Verhältnis zu seiner Frau. In seinen Jagdschilderungen zeigt er uns genau, wie er es liebte zu jagen und wie er zu seinem Erfolg kam: “Katzentritte, Marderschritte, Habichtsaugen und Falkenblick muss man haben”, so sagt er und das wird einem jeder erfahrene Jäger bestätigen. “Die Augen am Boden, das kein Ast knackt, kein Dürrlaub raschelt, kein Stengel bricht, kein Stein rollt, die Augen am Berg, wo die Rehe hin wechseln, der ganze Mann in jedem Augenblick Spannung, Aufmerksamkeit, Geräuschlosigkeit, Ruhe.” Das war sein “Rezept” für einen Jagderfolg auf Rehwild. Oder auch die Beschreibung, wie er laut johlend und pfeifend durch den Wald streift, weil er eben an diesem Tag so gute Laune hat, ist bezeichnend für Hermann Löns. In solchen Momenten, in denen nicht allen einsichtig ist, was er will, wurde er von seiner Umgebung meist unterschätzt. Das dies ein grober Fehler war, wurde den Leuten nur allzu deutlich vor Augen geführt, und Hermann Löns liebte es am Ende alle genasführt zu haben. Das beweist auch die obengenannte Geschichte mit einiger Deutlichkeit. Die Bauern und Waldarbeiter, die über seinen Gesang gelacht hatten – Frisia non cantat, ein Friese singt nicht – weil er nach ihrer Meinung für einen Jagderfolg zu laut war, sahen sich gründlich getäuscht, genauso wie der Bock, der Hermann Löns nur für einen harmlosen Wanderer hielt.
Aber Löns war nicht der große Nimrod, für den ihn Viele heute halten. Vielmehr hatte er größeres Interesse an der Natur und an ihrer Beobachtung. Das Löns bei einer Jagd auch zum Schuss gekommen ist, wird nur beiläufig und als nebensächlich von ihm behandelt. Viel schöner und aufregender waren für ihn die Umstände und seine Umgebung. Die aus solchen Begebenheiten entstandenen Naturfeuilletons und Jagdschilderungen finden großen Anklang bei den Lesern und machen Löns über die Regional- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Wie häufig in der Kunst, besonders in der Literatur, liegt die besondere Kraft zum Schaffen außergewöhnlicher Werke in der emotionalen Welt des Künstlers verborgen. Die wohl wichtigste Rolle spielt hier die Beziehung zum anderen Geschlecht. Da in der Ehe der Familie Löns die Zuneigung zueinander zusehends versiegt und es zu immer rücksichtsloseren Szenen zwischen den beiden kommt und ein weiteres Zusammenleben für Hermann Löns nicht erträglich erscheint, läßt er sich im Dezember 1901 von seiner Frau scheiden und heiratet im Mai des folgenden Jahres die Redaktionssekretärin beim “Hannoverschen Anzeiger” Lisa Hausmann. Das Lisa Hausmann vom Fach ist, bringt es mit sich, daß sie ihrem Mann viel redaktionelle Kleinarbeit abnehmen kann und so bei ihrem Mann nun viel Zeit für dichterische und wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung steht. Im gleichen Jahr wie die Eheschließung wird Löns Mitbegründer und neben Dr. Richard Hammel Mitherausgeber der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”, die allerdings zum 31. Januar 1904 ihr Erscheinen einstellen muss. Als Hermann Löns nach fünfzehn Jahren in Hannover als Redakteur 1907 zur “Schaumburg-Lippischen-Landes-Zeitung” nach Bückburg wechselt beginnt für ihn eine Zeit, in der die großen Romane und Werke Hermann Löns´ entstehen sollten, die aber auch geprägt sind von der angespannten Arbeit als Schriftleiter einer Zeitung. Nach seiner Kündigung am 30. September 1909 wegen nicht genügender subalterner Gesinnung entschließt sich Löns, nur noch Schriftsteller zu sein, und vernichtet sein Werk zur “Wirbeltierfauna Niedersachsens”. Es entstehen die Stücke “Dahinten in der Heide”, “Mümmelmann” und der “Hansbur”. Sein bewegtes Jagd- und auch Liebesleben in dieser Zeit verleihen ihm die schöpferische Kraft zur Schaffung des Romans “Der Wehrwolf”, in dem auch Anklänge an sein Lieblingsbuch – Grimmelshausens Simplicius Simplicissirous – zu finden sind. Nachdem er den Roman vom 1. November 1909 bis zu 22. November 1909 niedergeschrieben hat, erfolgt Anfang März 1910 der neuerliche Umzug nach Hannover, wo er wieder Redakteur beim “Hannoverschen Tageblatt” wird. In Folge entstehen hier seine Jagdbücher “Auf der Wildbahn” und “Ho Rüd´ Hoh”. Als sich Lisa Löns Ende Juli 1910 von ihm trennt, gerät Löns in eine tiefe Nervenkrise und es beginnt eine Flucht vor sich selbst durch halb Europa. Er findet erst wieder Ruhe, als er im Frühjahr 1912 nach Hannover zurückkehrt und ab Oktober mit Ernestin Sassenberg zusammenlebt. Hier schreibt Löns die Novellensammlung “Die Häuser von Ohlenhof”.
Mit 48 meldet sich der Naturwissenschaftler, Dichter und Journalist als Kriegsfreiwilliger zur Front, da er kein Kriegsberichterstatter sein will.
Am 29. August 1914 rückt das Regiment mitten in der Nacht zur Front ab.
Hermann Löns fiel am 26. September 1914 vor Reims. Der tödliche Schuss traf ihn beim Vorgehen auf offenem Feld mitten durchs Herz.
Hinterlassen hat er uns eine große Sammlung hervorragend geschilderter Natur- und Landschaftsbeschreibungen, die auch einem Nichtjäger oder einem Nichtnaturfreund das Gefühl vermitteln, mitten dabei zu sein. Er hat uns mitgenommen mitten in das Geschehen der Treibjagden, wir sitzen mit ihm auf dem Ansitz, pürschen neben ihm durch die Wälder.
Das neben seinem dichterischen und naturwissenschaftlichem Schaffen auch nur ein Mensch war, mit all seinen Fehlern aber auch seinen Vorzügen, liegt zu kritisieren nicht in unserer Aufgabe. Vielmehr gilt es zu bewahren, was er in seinem Tun geschaffen hat. Dazu ist in besonderem Maße auch der Brückenschlag zwischen Hege und Jagd und die Verbindung zwischen Naturschutz und Jagd zu sehen. Er war ein Mann, der nicht nur trefflich mit Feder und Tinte umzugehen wusste, sondern auch mit Jagdhorn und Gewehr.
Die 1932/33 aufgefundenen und Hermann Löns zugeschriebenen Gebeine wurden 1934 in die Lüneburger Heide überführt und nach einigen Querelen am 2. August 1935 im Tietlinger Wacholderhain beigesetzt. In Münster findet sich in den Bockholter Bergen ein Gedenkstein, ein Findling mit der Inschrift “Unserem Hermann Löns”.

Text: Ralph Herwig